Unsere Kinder zwischen Lobbyarbeit, Marketing, Monopolen und Windows 7

Windows 7 Sins„Gib einem Hungernden einen Fisch, und er wird einmal satt, lehre ihn Fischen, und er wird nie wieder hungern.“

Computer werden erwartungsgemäß immer nützlicher in Erziehung und Bildung. Allerdings werden heutzutage die meisten Kinder, die mit dem Computer lernen, in der Benutzung eines Produkts einer einzigen Firma unterrichtet: das von Microsoft. Microsoft wendet große Summen für Lobbyisten und Marketing auf, damit Bildungseinrichtungen sich für ihre Produkte entscheiden.

 

Die Ausbildung von Kindern ist eine große Einnahmequelle für Microsoft und eine strategische Möglichkeit, ihre Produkte in das Leben der künftigen Erwachsenen einzubinden. Indem sie Schulen dazu veranlassen, ihre Schüler in der Benutzung von Windows und der dazugehörigen Software zu unterrichten, können Eltern sich wiederum verpflichtet fühlen, die gleiche Software auch zu Hause einzusetzen. Wo sonst sehen wir ein Unternehmen, dass seine Werbung und sein Marken-Branding, Kindern als schulische Anforderungen vorsetzen darf?

 

Viele Regierungen, Ministerien und Ämter sind sogar stolz darauf, wie eng sie mit Microsoft kooperieren. Dabei ignorieren sie den korrumpierenden Einfluss, den Microsoft dadurch auf sie ausübt, und die Abhängigkeit, in die sie sich dadurch begeben. Da die Software von Microsoft kommerziell ist, ist sie inkompatibel mit den Gedanken, die einer Ausbildung zu Grunde liegen. Insbesondere werden die Nutzer zu passiven Konsumenten von dem gemacht, das Ihnen das System anbietet, da es ihnen rechtlich untersagt und durch den fehlenden Zugriff auf den Quellcode der Software auch technisch unmöglich ist, die Software an ihre Bedürfnisse anzupassen. Auch die einfache Untersuchung der Funktionsweise der Software ist unmöglich. Eine Ausbildung, die auf den Möglichkeiten moderner Rechner aufbaut, sollte jedoch auf Freiheit und selbstständigem Denken beruhen, und nicht einem Wirtschaftskonzern die Möglichkeit bieten, sein Monopol durch "Indoktrination" zu stärken.

 

Freie Software hingegen eröffnet Kindern die Möglichkeit zu selbstständigem Denken und ermutigt sogar dazu, indem die Funktionsweise durch die freie Verfügbarkeit des Quellcodes untersucht werden kann. Das "One Laptop Per Child" (OLPC, dt.: "Ein Laptop pro Kind") Projekt hatte es sich zum Ziel gemacht, eine komplette Lernplattform für Kinder zu schaffen, die ausschließlich auf freier Software basiert. Es wurde von Prof. Nicholas Negroponte im Jahre 2003 ins Leben gerufen, und sollte dazu beitragen, die Ausbildung von Kindern in aller Welt durch die Verbindung von Informationstechnologie mit dem Freiheitsgedanken zu verbessern. Es sollten kostengünstige Rechner (den Anfang sollte ein Rechner Namens XO machen) dazu verwendet werden, die mit freier Software ausgestattet sind. Die Kinder sollten die Freiheit bekommen, die verwendete Software zu untersuchen, zu modifizieren und uneingeschränkt weiterzugeben.

Allerdings hat sich Prof. Negroponte unter dem Druck von Microsoft schließlich bereit erklärt, die ausschließliche Ausrichtung des Projekts auf freie Software aufzugeben, und erklärte, dass die Rechner auch mit dem kommerziellen Betriebssystem Windows XP verfügbar gemacht werden.

 

Microsoft ist aber nicht der einzige Konzern, der versucht sich im Bereich der Bildung auszubreiten. Adobe und Apple beispielsweise engagieren sich ebenfalls stark. Die kommerziellen Flash- und der Shockwave-Player von Adobe und der Quicktime-Player sowie iTunes von Apple werden auf breiter Front von Ausbildungssoftware genutzt.

 

Microsoft versucht mittlerweile Regierungen, die XO-Rechner anschaffen, dahingehend zu beeinflussen, dass diese Rechner mit Windows ausgestattet werden statt mit freier Software. Inwieweit Microsoft damit Erfolg hat, bleibt abzuwarten. Allerdings hat Microsoft durch seine Einflussnahme dem Projekt, das bereits über eine Million Laptops mit freier Software an Kinder in aller Welt verteilt hat, schon jetzt geschadet, indem es sich das Ziel gesetzt hat, Kinder aus aller Welt von seinen Produkten abhängig zu machen. So könnte das OLPC-Projekt ein weiteres Beispiel dafür werden, wie Microsoft versucht, Regierungen in aller Welt davon zu überzeugen, dass eine Ausbildung mit Computern ein Synonym für eine Ausbildung mit Windows sein muss. Um das zu verhindern, ist es wichtig, dass wir weltweit darauf aufmerksam zu machen, welchen Schaden die Einmischung von Microsoft in die Ausbildung von Kindern anrichtet. Eine gute Möglichkeit für Sie dies zu tun ist, das freie Linux-basierte Betriebsystem "Sugar" herunterzuladen und damit einem Kind zu ermöglichen, freie Software zu nutzen.

 

Wie setzt sich freie Software für Bildung ein? Freiheit heißt hier: Die Möglichkeit, die Funktionsweise eines Programms zu studieren und es an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Diesen Text und die ganze Story findet man hier: http://de.windows7sins.org/







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