"Wer als Computernutzer etwas auf sich hält, trägt seine Festplatte jetzt am Handgelenk"
Allein das Gesicht unserer Sekretärin beim ersten Mal, war den Kauf schon fast wert.
Sie kramte gerade im Regal die übliche Diskette aus der Box, als ich ganz lässig sagte: „Lassen Sie die mal. Die brauchen wir nicht mehr.“
Und ihre Augen weiteten sich zu blankem Entzücken, als ich meine Uhr abnahm, den USB-Stecker aus dem Armband friemelte und ihn an ihrem PC andockte.
„Das ist..., das ist cool.“, sagte sie.
„Sie können drauf wetten, dass das cool ist.“, sagte ich, während die Datei, die ich mitnehmen wollte, auf meiner Uhr gespeichert wurde.
Ich vermute: spätestens jetzt traut sie mir zu, das ich einer der ersten sein werde, die den Mars besiedeln.
Im Ernst: bei den Recherchen zum Artikel über Spam-Blocker stolperte ich über eine Offerte von GMX, die für Neukunden die „coole“ Uhr mit „integrierter Festplatte“ anboten.
Unter der Herstelleradresse www.laks.com wurde ich fündig: der in Wien ansässige Uhrenhersteller LAKS bietet diese Armbanduhr mit Speicherchip und USB-Anschluss auch im eigenen Versand an.
Die Kapazität der „LAKS memory“ variiert je nach Bedarf von 32 bis (seit kurzem) zu 256 MB. Die Uhr kostet je nach Speichergröße zwischen 42 und 149 Euro. Der USB-Stecker ist direkt im Armband integriert und wird bei Bedarf losgelöst. Er kann mit einem mitgelieferten Verlängerungskabel auf einen Meter Distanz gebracht werden.
Als Software werden Windows 98[SE], ME, 2000, XP sowie Linux ab Kernel 2.4 und Mac OS ab Version 9.0 unterstützt.
Die Uhr arbeitet allerdings nur mit USB 1.0/1.1, der Datentransfer erfolgt mit etwa 1.000 KBit/s im Lesemodus und 900 KBit/s im Schreibmodus. Der Speicherchip ist Qualitätsware: er stammt von Toshiba.
Steckt man die Uhr an den Rechner, erscheint der integrierte Speicher als zusätzliches Wechsellaufwerk auf dem Desktop. Das funktioniert prima - unter Windows und Linux konnte ich es bereits ausprobieren. Ein Passwort-Schutz-Programm, das auf CD beiliegt, verhindert zumindest unter Windows, dass Unbefugte Zugriff auf die gespeicherten Daten erhalten.
Nicht getestet habe ich die Angabe des Herstellers, wonach die LAKS memory bis zu einer Tiefe von einem Meter 30 Minuten lang wasserdicht bleibt.
Dem technikinteressierten Laien durchaus verständlich ist jedoch die Herstellermahnung, dass vor dem Einstöpseln des USB-Steckers nach einem solchen Vollbad dieser am besten komplett ausgetrocknet sein sollte. Kurze Kontakte beim Duschen oder Händewaschen sind jedoch kein Problem.
Ich habe mir bei LAKS übrigens die 128 MB-Variante bestellt - innerhalb wenigen Tagen erhielt ich aus Wien mein Päckchen. Nun bin ich sehr zufrieden mit meiner neuen „Festplatten-Uhr“. Zwar besaß ich bis dato auch einen 64MB fassenden USB-Stick, auf dem ich mit einiger Mühe ein bootbares „Notfall-DOS“ mit Virenscanner und etlichen Hilfsprogrammen gebannt hatte. Den hatte ich jedoch nie dabei, wenn ich ihn wirklich mal gebraucht hätte.
Die Uhr jedoch trage ich jedoch eh immer mit mir herum, und darum nutze ich die integrierten 128 MB deutlich häufiger. So lassen sich die Excel-Tabelle und die Powerpoint-Präsentation vom Bürorechner herunterladen und am Handgelenk mit nach Hause nehmen. Digitale Fotos von unserem jüngsten Familienmitglied kann ich mit der LAKS Memory jederzeit bei Freunden oder Kollegen am PC vorführen.
Sehr angenehm ist, dass die Uhr über ein wirklich ausreichend langes Armband verfügt. (Da habe ich als Mann schon negative Erfahrungen gemacht.) So muss ich die Schnalle nicht ins allerletze Loch drücken. Der USB-Stecker lässt sich angenehmerweise so ins Armband stecken, dass er beim Tragen nicht weiter stört.
Also, alles in allem auf meiner persönlichen, sehr subjektiven Empfehlungsskala von null bis zehn Punkten: 10 Punkte!
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