Kamera für Nachwuchsspione
Test gSmart Mini2 Digicam von Mustek
Leider habe ich vorab im Netz trotz intensiver Suche keinen Testbericht der gSmart mini2 auftreiben können (außer einer Seite auf norwegisch). Gekauft habe ich sie mir schließlich trotzdem, so dass ich nach Erwerb dieser Kamera einfach selbst einen kurzen Test ins Netz stelle. Vielleicht hilft dieser Test ja jemandem bei der Kaufentscheidung.
Ich suchte eine kleine preisgünstige Kamera, die Bilder in akzeptabler Qualität liefert, so dass ich Webseiten damit illustrieren kann. Mir schwebte zunächst ein Modell von Aiptek vor, doch der Verkäufer empfahl mir dann die gSmart mini2 von Mustek. Immerhin bietet die mini2 gegenüber dem Aiptek-PenCam-Modell folgende Ausstattung:
Typ: Digitalkamera, Digitaler Camcorder & WebCam
Auflösung:1600 x 1200 (über Software), 1208 x 960, 640 x 480
Bildsensor: 1.3M Pixel CMOS Sensor
Speicher: 16MB SDRAM (intern, keine Karte!)
Video clip: 320 x 240; 90 Sekunden/Clip
Linse: F/2.8 (Macro/Normal Schalter)
Anschluss: USB
Video frame rate: 15 fps (VGA)
Selbstauslöser: 10 Sekunden Verzögerung
Verschlusszeit: 1/15 ~ 1/4000 Sekunden
Batterie: Lithium Ionen Polymer Batterie, eingeb. Lader
Abmessungen: 69 mm x 47 mm x 11 mm
Gewicht: 40 g
Preis: 79,90 €
Desweiteren werden ein kleiner Plastikstandfuß (etwas euphemisch als "Stativ" bezeichnet), ein USB-Kabel, eine Trageschlaufe, die sich auch samt fliegengewichtiger Kamera prima um den Hals tragen lässt und eine Programm- und Treiber-CD für Windows-Systeme mitgeliefert. (Media Markt legt übrigens noch eine CD mit dem Programm "PhotoExpert SE" von Jasc dazu.)
Die Installation verlief einfach, Windows-like und unspektakulär. Anschließend erscheint die Kamera im Hardwarebaum der Systemeinstallungen und man hat ein einfaches Programm von Mustek auf der Platte, mittels dessen man den Inhalt der Kamera auslesen kann. Das Programm kann wirklich nicht mehr als:
a) Bilder im Speicher der Kamera als kleine Vorschau-Mini-Bilder darstellenb) Bilder selektieren
c) Bilder löschen oder via USB-Kabel auf den Rechner übertragen.
Wer erwartet hat, dass der Speicher der Kamera - wie bei anderen Modellen mit Speicherkarten üblich - als (Wechsel-)Speichermedium im PC auftaucht, wird enttäuscht. Einzig der Weg über das Mustek-Programm gestattet Zugriff auf die Bilder in der Kamera.
Die mehrsprachige Gebrauchsanleitung in Form eines kurzen (aber ausreichenden) Faltblattes empfiehlt, vor den ersten Aufnahmen die interne Batterie der mini2 aufzuladen. Dies geschieht ebenfalls bei laufendem PC über das USB-Kabel und dauert etwa 2 bis 3 Stunden.
Der blaue Winzling von Mustek ist einfach zu bedienen. Neben einem Sucher, einer Status- und einer Selbstauslöserleuchte verfügt er über ein kleines LCD, das den noch zur Verfügung stehenden Bildspeicher anzeigt. Außerdem befinden sich auf der Rückseite drei Knöpfe: ein-/aus-Schalter, einen Schalter zur mode-Auswahl und einen Schalter, um Bilder aus dem Speicher zu löschen. Der 16 MB große Speicher erweist sich für den Kamera-Winzling als durchaus ausreichend. Er bietet Platz für 54 Bilder in der Standardauflösung von 1208x960 Pixeln. Die interpolierte Auflösung von 1600x1200 Pixeln benötigt natürlich mehr Speicher: hier passen 36 Aufnahmen in den Kameraspeicher. Wer die kleinste Auflösung wählt, der kann 216 Fotos in VGA-Auflösung abspeichern. Außerdem kann auch ein 90-Sekunden-Film-Clip aufgenommen werden.Das Handling der Kamera ruft zunächst ein Schmunzeln hervor: so ein kleines Ding soll Fotos machen? Es macht!
Wie werden nun die Fotos? Ich habe einige wenige Beispiele von Fotos dem Test angefügt. Zusammenfassend lässt sich nach meinen Eindrücken folgendes sagen:
- die Fotos zeigen einen deutlichen Magenta-Stich
- die Fotos werden an den Rändern deutlich unscharf
- der Bildausschnitt stimmt nicht mit dem Ausschnitt im Sucher überein, und verändert sich noch einmal, wenn man Bilder "hochkant" schießt
- manche Bilder sind "gestaucht", d.h. hier stimmen Längen- und Breitenverhältnis des Motivs nicht mehr
- die Belichtung ist bei problematischen Lichtverhältnissen sehr schwach und ausausgegoren
- die Kamera ist sehr bewegungsanfällig
- Bilder in der kleinsten, also der VGA-Auflösung, zeigen deutliche "Treppen" in Linien
- es kommt zu Moiree-Effekten, z.B. bei feinen Linien im Motiv
- Motive, die weniger als 0,5 Meter entfernt sind, werden meist unscharf
Hier gibt es Testbilder:
- Testbild 1 (ca. 420 KB)
- Testbild 2 (ca. 340 KB)
Trotzdem: wählt man die größtmögliche Auflösung, erhält man - gemessen am Preis - eigentlich brauchbare Aufnahmen, die man leicht mit einem Grafikprogramm so trimmen kann, dass sie sich durchaus für Bildschirmpräsentationen und Internetseiten eignen.
Meine Empfehlung: vom Motiv schnell mehrere Aufnahmen machen, eine ist bestimmt darunter, die brauchbar ist.
Meiner Meinung ist der große Vorteil dieser Kamera, dass sie so klein und leicht ist, so dass ich sie wirklich - ohne sie als Behinderung zu empfinden - überall mit hinnehmen kann.
Profis werden vermutlich einen großen Bogen um Mata Haris Kamera machen. Für mich jedoch ist die Mustek gSmart mini2 genau das, was ich wollte: eine billige und dazu sehr pfiffige Kamera, die ihren Zweck für mich - nämlich Aufnahmen fürs Internet zu machen - voll erfüllt. (2002)

