Willkommen!
Die Palette der Themen auf diesen Seiten ist ziemlich breit gesteckt:
sie reicht von Beiträgen über Computer, das Internet, die Gesellschaft bis hin zu Fragen, die das Leben eben so stellt.
Das ist nicht weiter schlimm, schließlich ist auch das Leben nicht eindimensional ;-) und der Themen-Mix entspricht am ehesten meiner eigenen Unsortiertheit.
Ich freue mich immer über Feedback (und aufmunternde Worte :-)).
Notizen:
Was ist faul an Windows-Vista? |
| Geschrieben von Administrator (Uli) |
| Willkommen >> Windows |
Microsofts neues Windows Vista Betriebssystem ist ein gewaltiger Schritt rückwärts - für die Freiheit eines jeden PC-Benutzers.
Normalerweise ist es doch so: neue Software wird
entworfen und veröffentlicht, damit man mit seinem eigenen Computer mehr Dinge besser, schneller oder leichter erledigen kann.
Windows Vista dagegen ist so entworfen, den Nutzer auf seinem eigenen PC zu reglementieren und einzuschränken.
Warum?
Vista zwingt dem Benutzer neue Formen „des Digital Recht-Managements (DRM)“ auf. Um DRM Systeme herrscht eine intensive Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern. Unterstützer sind weitestgehend im Bereich der Inhalteanbieter (das sind v.a. die „Big Player“ der großen Medienkonzerne) zu finden, während sich ein Großteil der Kritiker aus Verbraucher- und Datenschützern zusammensetzt.
Kritiker interpretieren die Abkürzung DRM gern als „Digital Restrictions Management“ (digitale Beschränkungsverwaltung) oder auch „Digitale Rechte-Minimierung“, da die Rechte der Benutzer erheblich eingeschränkt werden können, ohne dass für den Benutzer daraus ein direkter Nutzen entsteht.
DRM ist kurz gesagt eine Technologie, mit der die Unterhaltungsindustrie und Computerfirmen versuchen, den Nutzern Kontrollmechanismen aufzuerlegen, mit deren Hilfe sie steuern können, wie sie ihre Computer benutzen.
„Die wirkliche Funktionalität von DRM besteht darin, das Funktionieren zu verweigern“ (Stallmann).
Der Sicherheitsexperte Bruce Schneier bringt es auf den Punkt:
„Windows Vista bringt eine Reihe von „Eigenschaften“ mit sich, die niemand sich wünscht. Diese Eigenschaften machen deinen Computer weniger zuverlässig und weniger sicher. Sie machen deinen Computer weniger stabil und lassen ihn langsamer laufen. Sie verursachen technische Probleme. Sie können dich sogar zwingen, dir neue Zusatzgeräte zu kaufen und vorhandene Software durch neue Software zu ersetzen. Dabei sind diese Eigenschaften nicht nützlich für dich. Tatsächlich arbeiten sie gegen dich. Sie sind bloß Erfordernisse des digitalen Rechtmanagements (DRM), das in Vista auf Geheiß der Unterhaltungsindustrie eingebaut wurde - und du hast keine Chance, sie abzulehnen.“
DRM gibt Microsoft und den grossen Unterhaltungskonzernen Macht. Denn die Unterhaltungskonzerne:
- ... entscheiden, welche Programme der Anwender auf seinem Computer verwenden kann und welche nicht
- ... entscheiden, welche Funktionen seines Computers oder seiner Software der Nutzer benutzen kann
- ... zwingen den Anwender, neue Hardware anzuschaffen und neue Programme zu installieren, selbst wenn er sie nicht braucht oder will (und für dieses „Privileg“ lassen sie ihn selbstverständlich zahlen)
- ... schränken den Zugang des Nutzers zu bestimmten Programmen und sogar seinen Zugriff auf seine eigenen Dateien ein.
Der Anwender versucht, etwas zu tun, und sein Computer erklärt ihm, dass er das jetzt nicht darf.
Um das effektiv durchzusetzen, muss der Computer im Hintergrund ständig überwachen, was der Nutzer gerade mit ihm macht. Diese ständige Überwachung kauft jeder Anwender von Microsoft Vista gleich mit. Selbstverständlich kostet sie seine Rechenzeit und nutzt seinen Strom.
Das ist der wahre Grund, warum Microsoft den Anwendern erklärt, dass sie unbedingt neue und leistungsfähigere Hardware brauchen, um Vista darauf laufen zu lassen.
Sie sollen neue Hardware kaufen, nicht weil sie sie benötigen, sondern weil Ihr Computer sie benötigt, um besser beschränken zu können, was sie mit ihm machen.
Microsoft und andere Computerfirmen umschreiben diese Beschränkungen mit dem blumigen Wort vom „trusted computing“ (TC). Was soviel heißt wie: „vertrauenswürdiges“ Rechnen mit dem Computer. Das Schaffen einer solchen „vertrauenswürdigen“ Systemumgebung ist erst die Voraussetzung für DRM im PC-Bereich.
Mit Hilfe der TC-Funktionen kann dabei z. B. durch einen eingebauten Kontroll-Chip erkannt werden, ob die verwendete Software oder Hardware den Ansprüchen von DRM genügen. Falls nicht, dann kann der Nutzer den Film, das Musikstück nicht abspielen - ungeachtet dessen, dass er für den Film oder das Musikstück sein gutes Geld bezahlt hat.
In Wirklichkeit lautet der Grundgedanke von “Trusted Computing” also: “Dem PC-Benutzer kann man nicht vertrauen.” Und der Zweck von TC wäre demnach: wir müssen den Benutzer kontrollieren und reglementieren. (Freie Software dreht das ganze um: Die Kontrolle liegt beim Benutzer. Nur so kann dieser dem Computer vertrauen.)
Wenn die erwähnten Beschränkungen genau dazu in Vista eingebaut worden sind, damit der PC aufhört, seinem Besitzer zu vertrauen und statt dessen genau umgekehrt darauf programmiert ist, Microsoft zu vertrauen, dann müsste man die eingebauten Beschränkungen nicht „vertrauenswürdiges“ Rechnen, sonder besser und passender „gefährliches“ Rechnen nennen.
Im Letzten bedeutet die Verwendung von DRM-fähiger Hardware oder Software (wie Windows Vista) das Ende des PC (= Persönlicher Computer).
Ein Verzicht auf die Verwendung von Systemen wie Microsoft Windows Vista (Apple ist übrigens auf einem ganz ähnlich Weg) heißt darum nicht, aus Idealismus auf "Fortschritt" zu verzichten.
Verzicht auf Vista heißt schlicht und einfach: ich treffe eine Kaufentscheidung gegen die Plattform, die es den Unterhaltungsfirmen auf breiter Basis erst ermöglichen wird, DRM flächendeckend durchzusetzen. Windows Vista "an sich" ist nicht "schlecht", aber es ist der massenwirksame "Container" für DRM.
Selbst wenn du Vista kaufst, besitzt du es nicht
Windows Vista ist, wie vorhergehende Versionen von Windows auch, proprietäre Software: an den Benutzer nur vermietet unter einer Lizenz, die streng einschränkt, wie er die Software benutzen kann.Der Begriff proprietäre Software steht für Software, bei der ein Individuum oder ein Unternehmen die exklusiven Rechte an dieser Software hält und anderen gleichzeitig das Kopieren, Weitergeben, Verändern oder Studieren der Software verbietet.
Die Software kommt ohne jegliche Quellprogramme, so dass niemand, außer der Rechtinhaber (also z.B. Microsoft), das Programm ändern, verbessern oder etwa überprüfen kann.
Microsoft hält in seiner Vista-Lizenz sinngemäß fest:
- Die Software wird an den Nutzer lizenziert, aber nicht verkauft.
- Diese Lizenz gibt dem Nutzer lediglich einige Rechte, die Software zu verwenden. Microsoft behält sich alle weiteren Rechte vor.
- Solange ein anwendbares Gesetz dem Anwender nicht mehr Rechte erteilt, kann er die Software nur so benutzen, wie es die Erlaubnis in dieser Vereinbarung bestimmt.
- Das hat zur Folge, dass der Nutzer in alle technischen Beschränkungen in der Software einwilligt, die ihm nur erlauben, diese auf bestimmte reglementierte Weise zu benutzen.
Es ist immer anstrengend, Lizenzen zu lesen.
Dies ist leider der Hauptgrund dafür, warum Leute häufig nichts gegen sie einwenden. Aber wenn die PC-Anwender nicht anfangen, Einwände dagegen zu erheben, gehen wertvolle, schon gewonnene Freiheiten und Rechte einfach den Bach runter.
Hier sind einige der Beschränkungen, die man beim Lesen einer Microsoft-Lizenz entdecken kann:
- Wenn man eine Kopie von Vista mit einem neuen Computers erworben hat, kann diese Kopie von Vista nur auf dieser einen Maschine legal benutzt werden - und zwar für immer.
- Wenn Vista in einer Programm-Box im Elektronikmarkt gekauft und es auf einer Maschine installiert wurde, die dem Anwender bereits gehörte, musst er sie auf diesem PC vollständig löschen, bevor er sie auf einem anderen Computer installieren kann.
- Man gibt Microsoft das Recht, durch Programme etwa wie "Windows Defender" Softwareprogramme aus dem Vista-System zu löschen, die es als Spyware identifiziert.
- Man stimmt zu, von Microsoft ausspioniert werden, und zwar durch das „Windows Genuine Advantage”-System (übersetzt heißt „Genuine Advantage” ironischerweise: „echter Vorteil“). Dieses System ist dazu da, Kopien von Windows zu finden, von denen Microsoft denkt, sie seien ungesetzlich (sog. Raubkopien). Dabei werden sogar oft echte Kopien für Raubkopien gehalten und die Benutzer haben entsprechend Ärger mit Microsoft.
Was man tun kann, um seine Freiheit zu wahren
Freie Software wie etwa Linux fordert von vom Nutzer nicht, solch einschränkenden Lizenzbestimmungen zuzustimmen.
Wir reden von "freier" Software - und das heißt u.a.: der Nutzer kann davon so viele Kopien erstellen, wie er will und diese mit so vielen Freunden teilen, wie er möchte. Und: Niemand wird die Tätigkeiten der Nutzer freier Software am Computer überwachen oder diese ungerechtfertigt Diebe nennen.
Es gibt derzeit zwei große Lager: diejenigen, die den eigenen PC in selbstverständlicher Freiheit benutzen wollen, und Firmen wie Microsoft, die diese Freiheit der Nutzer beschneiden und genau damit auch noch satte Profite einfahren möchten.
DRM und restrikive Lizenzen sind deshalb so absurd, weil der Nutzer für seine beschnittene Freiheit auch noch saftig zur Kasse gebeten wird.
Doch die Anwender sind nicht machtlos. Machtlos ist man nur, wenn man keine Wahl hat. Eine Wahl gibt es aber.
Und darum kann jeder etwas ganz Einfaches tun, indem er einfach NEIN sagt. NEIN zu Windows Vista und anderen Produkten, die DRM ermöglichen oder forcieren, und so freie PC-Nutzung und freie Software bekämpfen.
Stattdessen kann jeder DRM-freie Hardware benutzen, DRM-freie Musikdienste für Musikdownloads benutzen und auf „freie“ Software wie das GNU/Linux Betriebssystem setzen.
Mit freier Software erledigt man seine Arbeit am PC genauso gut und sorgt gleichzeitig dafür, dass die eigenen Rechte und Freiheiten am PC weder jetzt noch in Zukunft eingeschränkt werden können. (Und DRM-freie Musik hört sich fast sogar noch besser an ... :-) )
Unser Leben wird mehr und mehr digital geprägt. Unser Einsatz für die freie Meinungsäußerung in Rede und Schrift ist selbstverständlich geworden. Es ist wichtig, dass wir unsere digitalen Rechte genauso selbstverständlich verteidigen.
In der Klimaschutzdebatte über die PC-Nutzung nachdenken
Ein letztes Argument, das in diesen Zeiten des rasanten Klimawandels nicht außen vor gelassen werden sollte:Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2004 erfordert die Herstellung eines durchschnittlichen 20 Kilogramm schweren Rechners mit Monitor zirka das Zehnfache seines Gewichts an fossilen Brennstoffen und Chemikalien. Das ist viel materialintensiver als die Herstellung etwa eines Autos oder eines Kühlschranks.
Auch ein Blick auf den Müllberg, zu dem sich Elektroschrott auftürmt, zeigt das Problem. Der Elektroschrott-Abfallberg ist der am schnellsten wachsende auf der ganzen Welt.
Die Klima- und Öko-Bilanz von Computer und Co. steht derzeit in keinem Verhältnis zur Nutzungsdauer. Wird hingegen u.a. die Nutzungsdauer verlängert, bessert sich zwangsläufig auch die Ökobilanz.
Mit der Einführung von Microsoft Windows Vista ziehen zahlreiche Nutzer des Redmonder Systems nun nolens volens eine Aufrüstung oder besser gleich eine Neuanschaffung ihrer Hardware in Betracht.
Als sog. minimale Systemvoraussetzungen für Vista wird von Microsoft eine 800 MHz schnelle CPU, mindestens 512 MB Arbeitsspeicher sowie eine Festplatte mit min. 20 GB und 15 GB freiem Speicherplatz angegeben.
Optimal läuft das DRM-Produkt Vista jedoch erst auf einem 2-GHz-System mit 1 Gbyte (gerne mehr) Speicher.
Als Minimalvoraussetzung für Windows XP wurden noch vor 6 Jahren eine 233 MHz schnelle CPU und 64 MB RAM genannt.
In dieser Aufrüstungsspirale fällt die Lebensdauer von Windows-Systemen insgesamt ziemlich kurz aus. Wie eine englische Studie herausfand (PDF), ist ein Windows-System im Durchschnitt zwischen drei und vier Jahren im Einsatz. Danach wird es aussortiert.
Linux-Nutzer scheinen ihren Rechnern länger die Treue zu halten. Laut Angaben des gleichen Papiers beträgt die Lebensdauer von Linux-Systemen zwischen sieben und acht Jahren und ist somit doppelt so hoch wie die von Windows-PCs.
In vielen Fällen ist Linux immer noch auf alter 486er-Hardware zu finden. Streng genommen bedeutet eine verkürzte Lebensdauer von Windows-Systemen, dass die Windows-Welt doppelt so viel Computerabfälle generiert wie ihre Linux-Kollegen.

Links:
- http://www.berens.net/pages/webtec/tcpa-und-palladium.php
- http://drm.info/de/node/85
- http://www.badvista.org
- http://www.pro-linux.de/news/2007/10941.html
- http://www.stern.de/computer-technik/computer/: Elektroschrott-Klimakiller-Schreibtisch/584027.html
- http://www.ban.org/photogallery/index.html
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