Nach dem Sterben zum Discounter
Die Stiftung Warentest stellte kürzlich fest, dass Sterben in Deutschland immer teurer wird: durchschnittlich liegen die kosten für eine Beerdigung und alles Drum und Dran bei ca. 4500 € - so Warentest. Kein Wunder, dass es nun einen Dienstleister gibt, der die "Volksbestattung" für 544,- € via Internet feilbietet. In früheren Zeiten gabs den "Volkswagen", aktuell ist der "Volks-PC". Was um Himmels willen muss man sich da unter einer "Volksbestattung" vorstellen?Die Seite volksbestattung.de klärt auf:
- Wahl zwischen Erd- oder Feuerbestattung
- Anonyme Bestattung ohne Trauerfeier
- Erledigung der Basisformalitäten (z.B. Sterbefallaufnahme, Abwicklung vor Ort gemäß gesetzlich vorgeschriebener Bestimmungen, Besorgung von Sterbeurkunden, etc.)
- Grundversorgung des Verstorbenen (einschließlich Hygiene- und Kleinmaterial) zur Sicherstellung der Transportfähigkeit
- Einfacher Volksbestattungssarg aus Kiefer, Vollholz, inkl. Sargausschlag-Unterteil
- Überführungsgrunddienstleistungen (Einbetten, eine Überführung einschließlich Träger im Stadtgebiet)
- Einkleidung mit einfacher Sterbewäsche
Es stellt sich zwar die Frage, ob die Delegierung der Sterbeformalitäten an einen Bestatter die von Warentest ermittelten Durchschnittspreise wirklich kosten müssen. Denn wer definiert die Standards eines "würdigen" Todes?
Allerdings: ob es gerade eine solche "Volksbestattung" sein muss? Ich wünschte mir eher, unsere Gesellschaft würde zu einem integrativen Umgang mit Tod und Sterben zurückfinden und die "Schnäppchen-Mentalität" nicht auch noch auf Tod und Sterben ausweiten.

