Mit dem WeTab im Urlaub

Mit dem WeTab im Urlaub

Mit dem WeTab im Urlaub: Bilder schauen schwer gemacht

Lange habe ich in diesem Jahr überlegt, ob und dann welchen meiner mobilen Rechner ich mit in den Urlaub nehmen soll. Da in unserer Familie so gut wie alle im Urlaub fotografieren und dabei – Dank heutigen Sensorgrößen in digitalen Kameras – locker mal 20 Gigabyte und mehr an Fotos zusammenkommen, war jedoch das “ob” schnell entschieden, denn ich wollte unbedingt die Möglichkeit haben, Backups der Fotos auf den Speicherkarten anzulegen.

Ich hatte die Wahl zwischen meinem alten Thinkpad T60, in dem immerhim eine 300GB-Festplatte werkelt, oder meinem eePC-Netbook, meinem MacBook oder dem WeTab.

Dass ich mich schließlich für das WeTab entschied, war dem geringen Gewicht des Gerätes einerseits, dem großen und guten Bildschirm andererseits, sowie dem bereits eingebauten SD-Kartenleser zu verdanken. Dazu kam noch, dass allein das WeTab mobiles Internet ohne Zusatzgerät versprach, da mein 3G-Gerät einen SIM-Karten Slot besitzt.

Schnell war klar: Keines der anderen Geräte konnte all diese vier Pluspunkte so wie das WeTab in sich vereinen. Einziges Manko war der etwas knappe Speicherplatz, doch hoffte ich, mit den noch vorhandenen ca. 25 GB hinzukommen, zumal ich eigentlich immer Dateien, die ich dort brauche, per Dropbox abrufe und nicht lokal speichere.

Gesagt, getan: WeTab eingepackt (und etliches andere auch) und ab in den Süden Frankreichs.

Media Gallery auf dem WeTab

Die Media Gallery auf dem WeTab (Widget Mitte rechts) verspricht einiges, hält leider aber wenig

Als wir nach vier Tagen mit dem WeTab-eigenen Medienbrowser (oder im WeTab-Sprech: “Media Gallery”) abends bei einem guten Glas Wein begeistert durch unsere ersten Fotoschätze blätterten, war ich noch sicher, die richtige Wahl getroffen zu haben. Schließlich ging auch der Upload von den Speicherkarten über den eingebauten Kartenleser sehr flott – SSD-Disk sei Dank.

Zwei Tage später – die ersten 300 MB an Bildern waren auf dem WeTab – war ich mir nicht mehr so sicher, ob meine Entscheidung für das Gerät zu diesem Zweck so richtig war. Der Grund für meine wachsende Unzufriedenheit war der Medienbrowser. Dieser hat die an sich sehr lobenswerte Eigenschaft, nach jedem Bildupload auf das Gerät die kleineren Vorschaubilder neu aufzubauen. Dabei geht er äußerst gemächlich vor.

Allerdings betrifft dies nicht nur die neu hinzugekommenen Bilder, sondern es werden auch diejenigen Fotos neu eingelesen, die sich bereits auf der Festplatte befinden. Anscheinend kann er dabei auch nicht auf einen Cache-Zwischenspeicher zurückgreifen, wie dies andere Bilderbrowser bereits seit seit Jahren können. Erschwerend kommt hinzu, dass heutige Digitalbilder bis zu 5 GB auf die Waage bringen. Auch hatte ich einige Aufnahmen im Kamera-RAW-Format gemacht, hier ist der Speicherbedarf gleich mal 12 bis 15 GB groß. Jedenfalls war das WeTab mit zunehmender Bilderzahl total überfordert.

Als ich bereits mehrere GB Fotos auf das WeTab gespeichert hatte und das nächste GB zum Hochladen anstand, machte ich einen Test: ich rief den Medienbrowser nach dem Upload auf und sah ihm einige Minuten zu, wie er wieder bei Null mit dem Einlesen anfing und pro Foto gefühlte 30 Sekunden brauchte, bis ein Vorschaubild erschien. Danach gingen wir weg und machten als Familie einen Ausflug. Als wir drei Stunden später wieder in der Ferienwohnung eintrafen, war das WeTab noch immer nicht fertig…

Zwar kann man den Bilderbrowser des WeTab starten, ohne das komplette Aufbauen der Vorschaubilder abzuwarten. Das funktioniert einige Fotos lang ganz gut, dann bricht aber plötzlich die Leistung ein. Der Grund dafür ist das wieder und wieder beginnende Aufbauen der Vorschaubilder oder “Thumbnails” im Hintergrund, was das Tablet dramatisch herunter bremst. Und zwar soweit, bis dann nur noch der Reset-Knopf hilft.

Der Bilderbrowser wie er seln sollte

Der Bilderbrowser wie er seln sollte, tatsächlich sind die gezeigten Bilder hier aber nur in VGA-Auflösung gespeichert, so dass die Anzeige flott geht.

Inzwischen habe ich daheim geforscht und den Tipp gelesen, dass das Lahmen der  Media Gallery dann eintritt, wenn sich im Bildorder auch andere Dateien befinden, also etwa Videos oder RAW-Dateien. Diesem Hinweis werde ich noch nachgehen, wenngleich eine “Media”-Galerie doch eigentlich mit allen Dateien klar kommen sollte, bzw. nicht erkannte Dateiformate leicht ignorieren kann.
Generell finde ich diese Medien Gallery für ambitionierte Fotografen leider leider unbrauchbar, und leider habe ich bislang keine Alternative zu diesem Browse- und Anzeigeprogramm  finden können, die sich wie dieses Programm so gut mit den Fingern bzw. durch Wischgesten bedienen lässt. Auch kann es nicht an der Leistung des 1,6Ghz-Atom-Prozessors liegen, denn den hat mein Netbook (mit ubuntu darauf) auch – und hier lassen sich aber mit gthumb die Bilder relativ schnell einlesen und dann problemlos und zügig durchklicken.

Immerhin habe ich im Urlaub unsere ganze Bildersammlung – es waren am Ende 18 GB Urlaubsfotos – problemlos auf dem WeTab sichern und nach Hause bringen können. (Und achja: es zwar schön, mit dem WeTab eine Online-Option dabei zu haben, doch dort wo wir im Urlaub waren, gab es die meiste Zeit eh keine Handy-Netzabdeckung, so dass wir im ganzen Urlaub gar keine Ausflüge ins Internet gemacht haben.)

Am Thema Medienbrowser werd ich mal dranbleiben und es hier posten, falls es da etwas Neues gibt.

Ulrich Berens

Hier schreibt Ulrich Berens: Linux-Begeisterter und Fotografie-Enthusiast. Freie-Software-Apostel. Auch sonst: Theologe mit Weltblick.

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2 Anmerkungen zu “Mit dem WeTab im Urlaub

  1. Christian Bohn sagt:

    Hi Uli.

    Wir sind mit unserem Wetab auch zufrieden. Ich vermisse eigentlich nur so Sachen speziell für Musiker. (e.g. Garageband)

    Sag, warum bist du so sang- und klanglos aus dem Facebook verschwunden?

    Liebe Grüße
    Christian

  2. Uli sagt:

    Hi Chris!

    Danke für Deine Rückmeldung. Ja, ich habe mein facebook-Konto gelöscht, weil ich deren Umgang mit den Daten ihrer Nutzer nicht mehr mittragen wollte. Ich kann ja auf Dauer schlecht facebook als Plattform dafür nutzen gegen facebook zu stänkern. Ausschlag gegeben hat dann der Fakt, das fb seine benutzer auch noch “verfolgt”, wenn man sich von dort bereits ausgeloggt hat. Das hat dann für mich – zusammen mit der neuen timeline als “lifeline” – den Ausschlag gegeben, dass ich “ausgezogen” bin.

    Ob ich bei G+ aktiv werde und dort bleibe, weiß ich noch nicht. Ich finde Diaspora eigentlich ein sehr vielversprechendes Projekt, das sich hoffentlich schnell weiterentwickelt.

    Das muss ja nicht den Ende des Kontakts bedeuten – wir wissen ja, wie wir uns finden!!

    Gruß
    Uli

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